Achsvermessung und Spureinstellung

Bei der Achsvermessung werden bestimmte Kennwerte eines Fahrzeugs überprüft, die zur sogenannten Fahrwerksgeometrie zählen.
Mithilfe der Achsvermessung lassen sich beispielsweise etwaige Unfallschäden erkennen. Außerdem kann mit der nachfolgenden Spureinstellung nachkorrigiert werden, wenn ein Wert geringfügig abweicht.

Ist eine Spur falsch eingestellt, kann dies eine höhere Abnutzung bei den Reifen hervorrufen, den Bremsweg negativ beeinträchtigen oder die Stabilität des Autos in Kurven verringern. Die Kontrolle und anschließende Korrektur der Fahrwerkseinstellungen trägt somit zur Sicherheit des Fahrzeugs bei.

Vorgehensweise bei der Achsvermessung

Die Achsvermessung wird mithilfe verschiedener Diagnose-Werkzeuge durchgeführt, die sowohl Abstände als auch Winkel von Reifen und anderen Bauteilen des Fahrwerks messen. Als Grundlagen dienen genormte Werte, die für die jeweiligen Fahrzeuge gelten. Mittels eines Computers werden diese mit den gemessenen Werten verglichen, sodass etwaige Unstimmigkeiten direkt nach der Achsvermessung interpretiert und gegebenenfalls behoben werden können.

Wichtige Messergebnisse bei der Achsvermessung sind beispielsweise der Abstand gleichachsiger Reifen sowie die Neigung einzelner Räder. Hier spricht man vom sogenannten Radsturz, der sowohl nach innen (negativ) als auch nach außen (positiv) auftreten kann.

Üblicherweise verzeichnet die Vorderachse stärkere Abweichungen bei der Vermessung als die hintere Achse. Dennoch wird empfohlen, die Achsvermessung an allen Achsen vorzunehmen.

Ein weiterer Kennwert bei der Achsvermessung ist die Spur. Diese gibt an, inwieweit die Innenlinien der Bereifung von der Ausrichtung des Fahrzeugs abweichen oder voneinander abweichen. Existiert hier ein Unterschied, so müssen die Spuren der Räder angeglichen werden. Dies geschieht durch eine Nachjustierung der Spurstangen.

Wie funktioniert die Achsvermessung?

Wie zuvor beschrieben, wird eine Achsvermessung heutzutage elektronisch vorgenommen. Dabei kommen zwei unterschiedliche Verfahren zur Anwendung, um die jeweiligen Fahrwerkseinstellungen zu messen. Einerseits wird die Achsvermessung mittels Laser durchgeführt.

Hierfür bringen die Mechatroniker Sensoren an die einzelnen Räder an, die deren Einstellungen analysieren und vergleichen. Abhängig vom Automodell und dem Fahrzeugalter muss bei dieser Methodik eine Arbeitszeit von 30 Minuten bis hin zu zwei Stunden eingeplant werden.

Wesentlich zügiger, günstiger und einfacher ist dagegen die 3D-Achsvermessung. Hierfür werden Reflektoren an allen Rädern angebracht, die über eine Vielzahl an Punkten verfügen, die von einer Kamera abgefilmt und anschließend in einem 3D-Bild grafisch dargestellt werden. So können Abweichungen in der Radgeometrie bereits innerhalb weniger Minuten identifiziert und anschließend präzise nachjustiert werden.

Die Kosten für diese Reparatur im Überblick

Eine gewöhnliche Achsvermessung ohne Nachjustierungen kostet in der Regel zwischen 20,- Euro und 50,- Euro. Wird beispielsweise eine nachträgliche Spureinstellung gewünscht, so erhöht sich der Preis um weitere 50,- Euro bis 100,- Euro.

Eine Achsvermessung ist vor allem immer dann sinnvoll, wenn ein Fahrzeug einen Unfall hatte oder wenn ein Gebrauchtwagen gekauft werden soll. Die anschließende Spureinstellung kann Ungereimtheiten in den Fahreigenschaften des Autos beseitigen. Außerdem ist es empfehlenswert, Fehler im Lenkverhalten oder im Geradeauslauf durch eine Achsvermessung und eine anschließende Spureinstellung korrigieren zu lassen.

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Diese Anzeichen sprechen für einen möglichen Defekt:

Wie so oft, gibt es verschiedene Anzeichen, die für einen Defekt sprechen können.
Im Folgenden sehen Sie eine Auswahl der häufigsten Symptome:

Ungleichmäßig abgefahrene Reifen

▶ Das Profil Ihrer Reifen ist ungleichmäßig stark abgefahren.


Lenkrad ungerade

▶ Das Lenkrad ist während einer Geradeausfahrt nicht vollständig gerade.


Auto zieht nach links oder rechts

▶ Ihr Auto zieht während der Fahrt nach links oder rechts.


Auto zieht beim Bremsen zu einer Seite

▶ Beim Bremsen zieht Ihr Fahrzeug trotz gerader Strecke zu einer Seite.




Mögliche Ursachen einer falschen Spur

Die Fahrwerksgeometrie kann bereits durch kleine Krafteinwirkungen negativ beeinflusst werden. Zu diesen zählen sich beispielsweise sogenannte Parkrempler oder das zügige Fahren über Bordsteine. Sowohl die Querträger als auch die Spurstangen können sich verbiegen und den Radsturz oder die Spur verändern.

Außerdem ist es ebenso möglich, dass sich die Spur durch alltägliche Fahrten über unebene Straßen mit der Zeit verändert. Eine solche Veränderung kann sich durch einen fehlerhaften Geradeauslauf zeigen - das Auto driftet nach links oder rechts ab, wenn das Lenkrad nicht festgehalten wird.

Wann sollte eine Achsvermessung stattfinden?

Prinzipiell ist es immer dann nötig, eine Achsvermessung und eine Spureinstellung durchführen zu lassen, wenn Bauteile am Fahrwerk des Autos gewechselt oder anderweitig gewartet wurden. Das ist auch der Fall, wenn eine Tieferlegung des Autos vorgenommen wurde oder die Stoßdämpfer ersetzt wurden.

Durch die verschiedenen Toleranzen mancher Hersteller und die mögliche Ungenauigkeit der Werkstätten wird es in den meisten Fällen zu einer Nachjustierung kommen. Würde das nicht gemacht werden, können nach ein paar Kilometern erste Probleme im Fahrverhalten und beim Verschleiß der Reifen auftreten. Schon die kleinste Abweichung kann zu einer unregelmäßigen Abnutzung führen.

Außerdem sollte die Achsvermessung mit anschließender Spureinstellung in Auftrag gegeben werden, wenn das Auto einen Unfall hatte oder durch ein ungewöhnlich tiefes Schlagloch gefahren ist. Auch kleinere Schäden können die Fahrwerksgeometrie bereits negativ beeinflussen. Am besten lässt sich eine Verstellung durch eine Veränderung im Fahrverhalten feststellen.

Folgen einer verstellten Achseinstellung

Infolge einer fehlerhaften Achsgeometrie kommt es zu einem stärkeren Verschleiß der Reifen, die einseitig abgefahren werden. Sowohl der Materialabrieb, als auch der Rollwiderstand sind schon bei einer geringen Abweichung deutlich stärker. Dies kann die Laufleistung eines Reifens sogar um bis zu 80 Prozent verkürzen. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Spritkosten aufgrund der falschen Einstellungen deutlich steigen. Zudem wird auch der Bremsweg negativ beeinflusst, wodurch wiederum die Stoßdämpfer, Federn und Radaufhängung stärker abgenutzt werden können.

Ist die Achsgeometrie fehlerhaft, verliert das Auto an Bodenhaftung und Spurtreue, wodurch der Fahrkomfort und die Sicherheit beeinträchtigt werden. Auch Assistenzsysteme eines Fahrzeugs, die für das Spurhalten und Messen von Abständen verantwortlich sind, sind betroffen und funktionieren infolgedessen nicht optimal.

Was Sie bei einer Achsvermessung und Spureinstellung an Ihrem Auto beachten sollten:

  • Achsvermessung durchführen lassen, wenn Veränderungen am Fahrwerk vorgenommen wurden, das Fahrzeug einen Unfall hatte oder ein Gebrauchtwagen gekauft wurde
  • eine fehlerhafte Achsgeometrie beeinflusst den Verschleiß der Reifen, den Kraftstoffverbrauch und das Fahrverhalten negativ
  • als Anzeichen für Abweichungen sind einseitig abgenutzte Reifen, sowie ein Rechts- bzw. Linksdrall beim Geradeausfahren zu nennen
  • bei Anbietern mit 3D-Technik zur Achsvermessung können Zeit und Kosten gespart werden




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