"Nicht jeder Autofahrer hat das Glück, einen Mechaniker als besten Freund zu haben. Auch ich nicht ;-)"
Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber – mittlerweile zusammen mit vier KFZ-Mechatronikern – seit dem Jahr 2010. Unser Ziel ist es, Ihnen einen Wissensvorsprung für den nächsten Werkstattbesuch zu bieten – egal welches Modell Sie fahren!
PS: Sie sind neugierig wie es dazu kam? Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte dahinter!
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KFZ-Sachverständiger – Kosten und Leistungen im Überblick

Kommt es zu einem Verkehrsunfall, entsteht nicht selten Streit unter den Beteiligten. Denn neben der Höhe des entstandenen Schadens ist häufig der genaue Unfallhergang und damit die Schuldfrage strittig. Dies ist ein typischer Fall für einen KFZ-Sachverständigen (auch KFZ-Gutachter).

Den Experten können Gerichte und Versicherungen, aber auch Geschädigte selbst beauftragen. Durch seine besondere Sachkunde ist er in der Lage, Unfallschäden fachmännisch zu begutachten und zu beziffern sowie den Hergang eines Unfalls nachzustellen und seinen Verursacher zu ermitteln. Doch ein KFZ-Sachverständiger hat noch weitere Einsatzgebiete.

Aufgaben eines KFZ-Sachverständigen

Viele KFZ-Sachverständige haben sich auf die Rekonstruktion von Unfällen und das Beziffern der entstandenen Schäden spezialisiert. Ist der Verursacher eines Unfalls unklar und schieben sich die Parteien gegenseitig die Schuld zu, beauftragen ihn Gerichte und Versicherungen. Oft fehlen das Personal und die Expertise, um diese Fragen zu klären.

Der Gutachter (oder Sachverständige) ist in der Regel unabhängig und geht bei seiner Arbeit analytisch vor. Er stellt den Unfall am Ort des Geschehens mit den Beteiligten und ihren Fahrzeugen nach und zeichnet das rekonstruierte Ereignis mithilfe von Fotos und Videos sowie ausführlichen Skizzen auf.

Dabei führt er auch Messungen durch und bezieht die vorliegenden Schäden sowie äußere Faktoren wie das Wetter am Tag des Unfalls und die Aussagen der Beteiligten mit in seine Arbeit ein. Zum Schluss fertigt er auf Basis der gewonnenen Daten ein Gutachten an, aus dem im Idealfall der genaue Unfallhergang sowie die Höhe des Schadens hervorgehen.

Gerichte nutzen das Gutachten zur Urteilsfindung und Versicherungen klären damit die Frage, ob und in welcher Höhe sie Schadenersatz leisten müssen.
Diese Aufgabe übernimmt ein KFZ-Gutachter auch bei Beauftragung durch eine Privatperson.

So können beispielsweise Geschädigte eines Unfalls ein Gutachten in Auftrag geben, um die Kosten ermitteln zu lassen, die nötig sind, um das Fahrzeug wieder in den Zustand vor dem Unfall zu versetzen. In diesem Fall kann der Sachverständige die Schäden dokumentieren und damit für die spätere Verwendung in einem Verfahren vor Gericht sichern.

Neben Unfällen ist die Begutachtung von Gebraucht-, Leasing- und Oldtimer-Fahrzeugen ein weiteres Arbeitsfeld eines KFZ-Sachverständigen. Mit seiner Expertise auf dem jeweiligen Gebiet kann er beispielsweise den genauen Wert sowie den Zustand eines historischen Fahrzeugs beziffern / bewerten und für den Besitzer ein Oldtimer-Gutachten beziehungsweise Wertgutachten anfertigen.

Ein Oldtimer-Gutachten ist erforderlich, damit der Wagen als historisch anerkannt wird. Ein Wertgutachten ist wiederum hilfreich, um im Schadensfall den Wert des Fahrzeugs in tadellosem Zustand belegen zu können.

Hilfe für Geschädigte nach einem Unfall

Geschädigte eines Unfalls sind oft schutzlos der Willkür der gegnerischen Versicherung ausgeliefert. Diese versucht naturgemäß die eigenen Kosten so gering wie möglich zu halten und zahlt häufig nur einen Teil der entstandenen Kosten.

Bei größeren Schäden, die über die Bagatellgrenze von etwa 750,- Euro hinausgehen, haben Geschädigte allerdings das Recht, einen unabhängigen KFZ-Sachverständigen zu beauftragen. Die Kosten dafür muss die Versicherung des Unfallverursachers tragen. Auf diese Weise ist Chancengleichheit zwischen dem Versicherungskonzern und dem Geschädigten gewährleistet.

Der KFZ-Sachverständige begutachtet das Auto auf Wunsch beim Geschädigten zu Hause, sodass diesem keine zusätzlichen Kosten oder Mühen entstehen. Für sein Gutachten fertigt der Sachverständige Fotos und Skizzen an, die auch einer möglichen späteren gerichtlichen Auseinandersetzung mit der gegnerischen Versicherung standhalten.

Mit seiner Fachkenntnis ermittelt er anschließend die exakten Kosten, die anfallen, um das beschädigte Auto wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Dabei beziffert er auch die Kosten für besondere Teile wie Spoiler aus Carbon oder kostspielige Felgen in realistischer Höhe.

Der Sachverständige kalkuliert in der Regel so, dass der Geschädigte sein Auto (beispielsweise einen VW) in einer Markenwerkstatt reparieren lassen kann. Der Versicherer muss diese Kosten übernehmen.

Darüber hinaus kann es sein, dass beispielsweise aus beruflichen Gründen für die Zeit der Reparatur ein Mietwagen nötig ist. Ein Sachverständiger kann diese Kosten in seinem Gutachten berücksichtigen und gegenüber der Versicherung geltend machen.

Das gilt auch für den Nutzungsausfall sowie den möglichen Wertverlust, der bei einem Unfallwagen entsteht. Und schließlich hilft der KFZ-Gutachter auch bei einem eingetretenen Totalschaden, indem er den Restwert und den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs ermittelt.

Praktisch: Viele Sachverständige übernehmen die gesamte Schadensregulierung mit der gegnerischen Versicherung. So müssen sich Betroffene nicht mit dem Thema auseinandersetzen und können in Ruhe den Schreck des Unfalls verarbeiten.

Sicherung von Vermögenswerten bei Oldtimern

Für Oldtimer-Liebhaber ist es ein Albtraum: Bei einem Unfall wird das teure Auto beschädigt. Die gegnerische Versicherung will nicht den hohen Wert des Fahrzeugs ersetzen, sondern orientiert sich an den Preisen, die auf dem Markt für vergleichbare Modelle gezahlt werden. Bei in hohen Stückzahlen gebauten Autos kann das einen Wertverlust bedeuten.

Umso wichtiger ist es, den Vermögenswert durch ein Oldtimer-Gutachten abzusichern. Mit dem Gutachten lässt sich der Zustand und damit der Wert des Oldtimers vor dem Unfall gegenüber dem Versicherer des Unfallgegners besser darlegen. Die Chancen, den ermittelten Wert ersetzt zu bekommen, sind somit weitaus höher als ohne Expertise. Die Kosten für solch ein Wertgutachten müssen Besitzer alter Fahrzeuge aus eigener Tasche bezahlen.

Welche Kosten entstehen beim Beauftragen eines KFZ-Gutachters?

Wer unverschuldet Beteiligter eines Unfalls ist und somit einen Anspruch gegen die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners hat, muss die Kosten für einen KFZ-Sachverständigen grundsätzlich nicht selbst tragen. Allerdings muss dazu die Schadenshöhe über der Bagatellgrenze von 750,- Euro liegen. Andernfalls muss der Versicherer die Kosten für das Gutachten nicht übernehmen.

Bei Schäden, die offensichtlich nur oberflächlich sind (beispielsweise Kratzer und Lackplatzer) und deren Kosten klar unter die Bagatellgrenze fallen, sollten Sie anstelle eines Gutachters einen Kostenvoranschlag von einer Fachwerkstatt erstellen lassen.

Könnte hingegen durch den Aufprall die Struktur des Fahrzeugs beschädigt oder verzogen sein, sollten Sie in jedem Fall einen Sachverständigen hinzuziehen.

Generell gilt: Die Kosten des Sachverständigen richten sich nach der Höhe des Schadens. Je höher dieser ist, umso mehr stellt der Fachmann für dessen Begutachtung in Rechnung.

Kostenbeispiel

Der Gutachter berechnet seine Kosten prozentual in Relation zur Schadenssumme. Beträgt diese beispielsweise 1.000 Euro, belaufen sich die Kosten für den Gutachter auf 35 %, also 350,- Euro. Mit steigendem Schaden nimmt der prozentuale Wert jedoch ab. Bei beispielsweise 20.000,- Euro beläuft er sich nur noch auf 7,5 %.

Bei Kaskoschäden verhält es sich etwas anders: Hier beauftragt der Versicherer in der Regel einen eigenen Sachverständigen. Ist der Versicherte mit dem Ergebnis nicht einverstanden, kann er ein Sachverständigenverfahren in Gang setzen und seinerseits ein Gegengutachten in Auftrag geben.

Anschließend bewertet ein Obergutachter beide Gutachten und entscheidet, welches ihm plausibler erscheint. Im Zweifel übernehmen viele Rechtsschutzversicherer die Kosten für ein Gegengutachten.

Kosten für Oldtimer- und Gebrauchtwagen-Bewertung

Die Kosten für ein Wertgutachten für Oldtimer, Gebraucht- und Leasing-Fahrzeuge berechnen KFZ-Sachverständige nach Aufwand. Da hierbei viel Wissen über Autos und ihre Historie gefragt und der Rechercheaufwand nicht unerheblich ist, sind Oldtimer-Gutachten oft teuer. Im Durchschnitt werden 500,- Euro für das Urteil des Fachmanns fällig, bei sehr teuren Autos aber auch schnell vierstellige Beträge.

Wichtige Tipps rund um den KFZ-Sachverständigen

  • Wählen Sie als Geschädigter nach einem Unfall den KFZ-Sachverständigen selbst und lassen Sie sich keinen Sachverständigen von der gegnerischen Versicherung empfehlen oder aufzwingen.
  • Beauftragen Sie bei Kaskoschäden nur dann einen KFZ-Gutachter, wenn das Angebot des Versicherers deutlich zu niedrig ist. Ansonsten besteht das Risiko, dass Sie auf den Gutachterkosten sitzen bleiben.
  • Als Besitzer eines historischen und wertvollen Autos sollten Sie dessen Wert über ein Oldtimer-Gutachten absichern. Im Falle eines Schadens hat sich die Ausgabe schnell amortisiert.

Fazit

Als Geschädigter bei einem Unfall hilft Ihnen ein KFZ-Sachverständiger, Ihre Rechte zu wahren.
Er beziffert das Ausmaß des Schadens neutral und unparteiisch und ohne finanzielle Interessen wie eine Versicherung, die ihre Kosten so gering wie möglich halten will.

In jedem Fall sollten Sie einen auf Verkehrs- und Versicherungsrecht spezialisierten Anwalt hinzuziehen. Dieser kann dann helfen, wenn sich die Versicherung trotz Sachverständigengutachten weigert, Ihren Schaden in voller Höhe zu ersetzen.

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