"Nicht jeder Autofahrer hat das Glück, einen Mechaniker als besten Freund zu haben. Auch ich nicht ;-)"
Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber – mittlerweile zusammen mit vier KFZ-Mechatronikern – seit dem Jahr 2010. Unser Ziel ist es, Ihnen einen Wissensvorsprung für den nächsten Werkstattbesuch zu bieten – egal welches Modell Sie fahren!
PS: Sie sind neugierig wie es dazu kam? Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte dahinter!
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Dieselpartikelfilter / Rußpartikelfilter nachrüsten – Ablauf, Besonderheiten und Kosten im Überblick

Bei der Verbrennung von Kraftstoff in Dieselmotoren werden Rußpartikel freigesetzt. Diese Teilchen enthalten Schwermetalle und Giftstoffe.

Ein Rußpartikelfilter hilft dabei, die Anzahl an Schadstoffpartikeln im Abgas signifikant zu verringern. Zudem ist er erforderlich, um eine grüne Umweltplakette für das Fahrzeug zu erhalten und somit in die Umweltzonen einzelner Städte fahren zu dürfen.

In Dieselmodellen, die nach der Jahrtausendwende auf den Markt kamen, sind Rußpartikelfilter in der Regel bereits serienmäßig eingebaut.

Bei älteren Modellen kann solch ein Partikelfilter nachgerüstet werden. Gerade bei Fahrzeugen mit Euro 3 (in seltenen Fällen auch Euro 2) Norm die noch in einem gutem Zustand sind lohnt sich eine Umrüstung sowohl für die Umwelt, als auch für das dann erlaubte Einfahren in Umweltzonen einzelner Großstädte.

Ablauf der Nachrüstung eines Diesel-Rußpartikelfilters

Es gibt im Wesentlichen zwei verschiedene Optionen für die Nachrüstung. Zum einen kann ein neuer Rußfilterkatalysator den alten Katalysator (bei Dieselmotoren als Oxidationskatalysator bezeichnet) ersetzen.

Zum anderen kann zusätzlich zum Oxidationskatalysator ein Nachrüst-Dieselpartikelfilter verbaut werden. Abhängig von Fahrzeugalter und der Laufleistung des Autos muss der Kat bei der Nachrüstung jedoch zusätzlich erneuert werden. Meist ist dies vom Hersteller des Nachrüst-DPF ab einer Laufleistung von 80.000km erforderlich.

Die Nachrüstung eines Rußpartikelfilters stellt in der Werkstatt eine vergleichsweise einfache Arbeit dar. 

Zunächst wird das Fahrzeug auf einer Hebebühne angehoben. Dann wird je nach geplanter Einbauart der alte Katalysator dauerhaft entfernt oder gegen ein Neuteil ersetzt.

Bleibt ein Oxidationskatalysator weiter verbaut, muss nun das Abgasrohr an den vorgesehenen Stellen durchtrennt werden. Hier kann im Anschluss der neue Diesel-Rußpartikelfilter montiert werden.

Nach einer Dichtheitsprüfung ist die Nachrüstung abgeschlossen. Je nach Zustand der Abgasanlage kann es sein, dass im Zuge der Arbeiten auch noch andere Teile der Abgasanlage (Mittelschalldämpfer / Endschalldämpfer) ersetzt werden müssen und Zusatzkosten entstehen.

Abschließend erhält der Fahrzeughalter eine Bescheinigung über den Einbau des Rußpartikelfilters. Dieser muss die neue Schadstoffklasse dann im Fahrzeugschein eintragen lassen, erhält seine grüne Plakette (entweder direkt von der Werkstatt oder bspw. online) und kann diese dann an die Windschutzscheibe kleben. 

Was kostet es, einen Diesel-Rußpartikelfilter nachrüsten zu lassen?

Die Kosten für eine Nachrüstung setzen sich aus den Materialkosten und den Arbeitskosten zusammen.

Ein Nachrüst-Kit kostet etwa 500,- bis 700,- Euro. Bekannte Hersteller sind Twintec und HJS. Hinzu kommen ggfs. noch die Kosten für einen neuen Oxidationskatalysator.

Das Nachrüsten dauert je nach Art des Partikelfilters und der Bauweise des Fahrzeugs etwa 30 Minuten bis anderthalb Stunden. Ausgehend von einem Stundensatz in Höhe von 80,- Euro ergeben sich somit Arbeitskosten zwischen 40,- und 120,- Euro.

Ausgehend von dieser Kalkulation liegen die Gesamtkosten demnach bei etwa 550,- bis 850,- Euro. 

Material/Dienstleistunggeschätzte Preise
Nachrüst-Kit500,- bis 700,- Euro
Arbeitskosten40,- bis 120,- Euro
Gesamtkosten Diesel-Rußpartikelfilter nachrüstenrund 550,- bis 850,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Für welches Auto ist eine Nachrüstung des Dieselpartikelfilters möglich?

Mit Hilfe der Fahrzeugpapiere kann eine Kfz-Werkstatt Auskunft darüber geben, ob eine Partikelfilternachrüstung am jeweiligen Auto vorgenommen werden kann oder nicht.

Informationen liefern zudem die Hersteller der Partikelfilter sowie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) oder die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ).

Aufbau des Partikelfilters

Der Filter hat die Aufgabe, Rußteilchen und Feinstaub aus den Motorabgasen zurückzuhalten.

Der eigentliche Partikelfilter kann dabei aus diversen Materialien bestehen, wie zum Beispiel Sintermetall oder Aluminiumtitanat. Die Partikel werden von feinporigen Filtertaschen aufgefangen.

In der Regenerationsphase des Filters oxidieren die Rußpartikel schließlich und werden so abgebaut. Der Filter reinigt sich somit „von selbst“ von Partikelrückständen.

Argumente für den Einbau eines Partikelfilters

Besonders Fahrzeuge ohne Rußpartikelfilter belasten die Umwelt mit Feinstaub und Schadstoffen besonders stark. Aus diesem Grund werden in den deutschen Städten seit 2005 schrittweise Umweltzonen eingerichtet, die die Einhaltung der europäisch vorgeschriebenen Grenzwerte für Schadstoffemissionen gewährleisten und die Luftqualität verbessern sollen.

Besitzen Autos mit Dieselmotoren einen Partikelfilter, werden weniger Schadstoffe ausgestoßen, die die Luft belasten.

Somit kann bei Dieselfahrzeugen mit gelber Plakette mit Hilfe der Diesel-Rußpartikelfilternachrüstung eine grüne Umweltplakette (Euro 4 / Euro 3) erzielt werden, wie sie in den Umweltzonen der meisten deutschen Städte längst Pflicht ist.

Bei älteren Modellen mit roter Plakette wird hingegen auch mit dem Einbau des Filters nur eine gelbe Plakette erreicht, mit der das Fahren in nahezu allen Umweltzonen dennoch untersagt ist.

Insgesamt kann man außerdem davon ausgehen, dass durch den nachträglichen Einbau eines Partikelfilters der Wiederverkaufswert des Autos steigt.

Was Sie bei der Nachrüstung eines Rußpartikelfilters beachten sollten

  • Der nachträgliche Einbau eines Dieselpartikelfilters steigert den Wiederverkaufswert des Autos und ermöglicht die Fahrt durch innerstädtische Umweltzonen.
  • Zunächst prüfen, ob aktuell eine staatliche Prämie für die Nachrüstung angeboten wird.
  • Machen Sie einen Preisvergleich.
  • Lassen Sie die Nachrüstung in einer Fachwerkstatt durchführen.

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