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Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber – mittlerweile zusammen mit vier KFZ-Mechatronikern – seit dem Jahr 2010. Unser Ziel ist es, Ihnen einen Wissensvorsprung für den nächsten Werkstattbesuch zu bieten – egal welches Modell Sie fahren!
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Bremsflüssigkeit wechseln – Symptome, Austausch sowie anfallende Kosten einfach und kurz erklärt!

Die Bremsflüssigkeit (auch als Bremsfluid bezeichnet) ist erforderlich, um beim Betätigen des Bremspedals mittels einer Hydraulik den nötigen Druck an die Bremsen weiterzuleiten und das Fahrzeug abzubremsen.

Sie muss regelmäßig gewechselt werden, da sie sich mit der Zeit mit Wasser anreichern kann. Das kann unter Umständen zu einem Nachlassen der Bremskraft oder gar Versagen der Bremsen führen.

Symptome für einen erforderlichen Wechsel der Bremsflüssigkeit

Wie so oft, gibt es verschiedene Anzeichen, die für einen erforderlichen Wechsel der Bremsflüssigkeit sprechen können. Im Folgenden sehen Sie eine Auswahl der häufigsten Symptome:

  • Der Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit ist erhöht. Dies kann man mit speziellen Messgeräten prüfen. Spätestens bei einem Wassergehalt über 3,5% sollte die Bremsflüssigkeit erneuert werden.
  • Die Bremsleistung hat in letzter Zeit nachgelassen – es ist ein schlechtes Bremsverhalten festzustellen.
  • Das Bremspedal lässt sich leicht durchdrücken, hat wenig Widerstand und bremst erst verspätet.
  • Meldung im Fehlerspeicher oder Kombiinstrument „Bremsflüssigkeitsstand gering“

 

Unabhängig von einem erhöhten Wassergehalt kann es auch sein, dass es zu einem Bremsflüsskeitsverlust aufgrund eines Lecks kommt. Dies kann beispielsweise bei undichten Bremsleitungen oder Problemen am Radbremszylinder der Fall sein.

In diesem Fall reicht ein Nachfüllen der Bremsflüssigkeit nicht aus.

Es muss die Ursache für den Verlust identifiziert und behoben werden. Zudem muss geprüft werden, ob die Bremsflüssigkeit einen erhöhten Wasseranteil hat.

Ist dies der Fall, sollte ein Wechsel der gesamten Bremsflüssigkeit erfolgen. Ist dies nicht der Fall kann abschließend einfach Bremsflüssigkeit nachgefüllt werden.

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Zuletzt aktualisiert am 31.01.2020 um 17:23 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Wie oft sollte man die Bremsflüssigkeit erneuern?

Die Frage, nach wie vielen Jahren die Bremsflüssigkeit gewechselt werden sollte, beantworten die einzelnen Fahrzeughersteller mit individuellen Wechselvorgaben.

Üblicherweise wird ein Wechselintervall von zwei Jahren empfohlen – ungeachtet der vom Fahrzeug zurückgelegten Kilometer.

Normalerweise wird der Zustand der Bremsflüssigkeit im Rahmen einer Inspektion überprüft. In einem weiteren Ratgeber informieren wir Sie über Inspektionskosten.

Anhand des Bremsflüssigkeitsbehälters im Motorraum können Sie an den jeweiligen Füllstandsmarkierungen zudem selbst erkennen, ob noch ausreichend Bremsflüssigkeit vorhanden ist.

Hier sollte der Stand idealerweise auf Maximum stehen, damit in Kurvenfahrten ausreichend Flüssigkeit fließen kann.

Durch den Verschleiß der Bremsbeläge kann es dazu kommen, dass der Bremsflüssigkeitsstand sinkt, weil sich der Kolben im Bremssattel entsprechend nachstellt. Dadurch wird mehr Bremsflüssigkeit benötigt. Nach einem Wechsel der verschlissenen Bremsbeläge sollte der Füllstand dann wieder optimal sein.

Besonders mit steigendem Alter des Fahrzeugs sollte der Stand der Bremsflüssigkeit regelmäßig kontrolliert werden, da die betroffenen Leitungen und Dichtungen mit den Jahren porös werden, wodurch Bremsflüssigkeit austreten könnte auch wenn sie noch nicht hygroskopisch ist.

Zudem findet man am Behälter normalerweise auch ein Schild, auf welchem notiert ist, wann der letzte Wechsel erfolgte.

Ist es unklar, wann der letzte Wechsel erfolgte oder treten Symptome wie eine verschlechterte Bremsleistung auf, kann die Werkstatt den Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit mit einem Messgerät überprüfen.

Übersteigt dieser den Maximalwert, muss die Bremsflüssigkeit in jedem Fall erneuert werden.

Von Wasser in der Bremsflüssigkeit gehen vor allem zwei Gefahren aus: Wird die Bremse oft benutzt, erhitzt sie sich. Da Wasser einen Siedepunkt von 100 °C hat, kann Wasserdampf entstehen.

Dieser Wasserdampf ist komprimierbar und sorgt für einen Bremskraftverlust, sodass der Fahrer beim Bremsen schlimmstensfalls „ins Leere“ treten kann (siehe auch Bremskraftverstärker).

Eine andere Gefahr liegt in der Korrosionsbeständigkeit des Bremssystems. Das Wasser kann die Zylinder (beispielsweise den Hauptbremszylinder) und Kolben der Hydraulik angreifen, sodass diese verrosten und ausgetauscht werden müssen.

Lässt man die Bremsflüssigkeit regelmäßig wechseln, können solche Probleme und daraus resultierende Folgekosten vermieden werden.

Auch bei einem Gebrauchtwagenkauf sollten Sie im Scheckheft bzw. am Bremsflüssigkeitsbehälter im Motorraum überprüfen, wann diese zuletzt gewechselt wurde und ob Herstellervorgaben allgemein immer eingehalten wurden.

Wie wird die Bremsflüssigkeit gewechselt?

Zunächst stellt sich die Frage, ob ein Wechsel immer vollständig erfolgen muss, oder ob es noch eine Alternative gibt.

Grundsätzlich könnte man die alte Bremsflüssigkeit auch „abkochen“, sodass der Wasseranteil verschwindet und diese dann wieder in die Bremsanlage füllen. Aufgrund der relativ geringen Kosten für neue Bremsflüssigkeit macht dies jedoch keinen Sinn und sorgt nur für unnötigen Aufwand.

In der Praxis wird die Bremsflüssigkeit daher vollständig gewechselt.

Arbeiten an der Bremsanlage sollten immer von einem Fachmann durchgeführt werden, da bei einer falschen Vorgehensweise – und einer anschließend nicht vollständig funktionierenden Bremsanlage – anderenfalls ein Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr entsteht. Zudem muss die alte Bremsflüssigkeit vorschriftsgemäß und umweltgerecht entsorgt werden.

Es gibt zwei Methoden, um den Bremsflüssigkeitswechsel durchzuführen. Beide Methoden erfordern die Demontage der Räder und das Öffnen der Entlüftungsventile an den einzelnen Radbremsen.

Bei älteren Modellen (meist mit Trommelbremsen) wird die alte Bremsflüssigkeit durch das Pumpen des Bremspedals über Entlüftungspunkte hinaus befördert, während neue Bremsflüssigkeit über eine Öffnung im Motorraum nachgefüllt wird.

Dafür sind zwei Personen nötig, da sowohl nachgefüllt als auch die Bremse betätigt werden muss.

Bei der zweiten Variante wird ein Druck in das Bremssystem gebracht, der die alte Bremsflüssigkeit über die Ventile ablässt. Sobald keine Flüssigkeit mehr im System ist, wird das Fahrzeug mit neuer Bremsflüssigkeit befüllt.

In beiden Fällen kann es zu Mehrarbeit kommen, wenn die Entlüftungspunkte korrodiert sind und sich nur schlecht oder gar nicht öffnen lassen.

Schlimmstenfalls muss dann ein neuer Bremssattel verbaut werden, wenn sonst kein Ablassen der Bremsflüssigkeit und später kein Entlüften der Bremsanlage möglich wäre. Dies ist auch erforderlich, wenn die Entlüftungsventile beim „Öffnungsversuch“ abbrechen.

Abschließend werden die Bremsen entlüftet. Das wird durchgeführt, damit sich garantiert keine Luft in den Leitungen oder Bremszylindern befindet. Wäre das der Fall, würde ein erhöhter Kraftaufwand beim Bremsen vonnöten sein.

Lassen Sie im Rahmen des Bremsflüssigkeitswechsel, auch Ihre Bremsscheiben, Bremsbeläge, Bremsleitungen, Bremsschläuche und den Bremssattel kontrollieren.

Abschließend sollte noch eine Kontrolle der Bremsleistung auf dem Bremsprüfstand erfolgen.

Was kostet es, die Bremsflüssigkeit wechseln zu lassen?

Die Kosten für den Bremsflüssigkeitswechsel sind bei den meisten Fahrzeugen auf einem ähnlichen Level.

In der Regel fasst eine Bremsanlage zwischen 0,5 Liter und 1 Liter. Die Materialkosten für die neue Bremsflüssigkeit liegen insgesamt bei etwa 20,- bis 50,- Euro. Bekannte Hersteller sind beispielsweise Castrol, Liqui Moly, ATE, SCT oder TRW.

Übrigens: es gibt verschiedene Klassen bei der Bremsflüssigkeit wie zum Beispiel die Normen DOT 3, DOT4, DOT5 und DOT 5.1. Je höher die DOT-Klasse, desto höher der Siedepunkt.

Der Wechsel der Bremsflüssigkeit dauert in der Regel etwa zwischen einer halben und einer Stunde.

Ausgehend von einem Stundenlohn zwischen 60,- und 130,- Euro, fallen somit Kosten zwischen 30,- Euro und 130,- Euro an.

Insgesamt kommt man gemäß dieser Kalkulation auf Gesamtkosten zwischen 50,- und 180,- Euro, wobei die Kosten im Normalfall eher im unteren Bereich dieser Spanne angesiedelt sind. Werkstattketten wie A.T.U bieten oft auch Festpreise an.

Bremsflüssigkeit wechseln – Kosten in tabellarischer Übersicht

Material / Dienstleistunggeschätzte Preise
Gesamtkosten Bremsflüssigkeitswechsel50,- bis 180,- Euro
Bremsflüssigkeit (gesamt)20,- bis 50,- Euro
Arbeitskosten30,- bis 130,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.
TIPP: Fahren Sie in keine Werkstatt, bevor Sie den aktuellen Wert Ihres Fahrzeugs ermittelt haben. So wissen Sie vorab immer genau, bis zu welchen Kosten sich eine Reparatur noch lohnt!

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Was Sie bei einem Bremsflüssigkeitswechsel beachten sollten

  • Regelmäßig den Flüssigkeitsstand im Vorratsbehälter kontrollieren – dieser sollte idealerweise bei „Maximum“ sein.
  • Vor einem Wechsel den Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit prüfen lassen.
  • Haben Sie das Intervall für den Wechsel verpasst, sollten Sie zeitnah eine Werkstatt aufsuchen und dabei unbedingt vorsichtig fahren sowie Gefahrenbremsungen vermeiden.
  • Lassen Sie den Wechsel in einer Fachwerkstatt durchführen.

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