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Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber – mittlerweile zusammen mit vier KFZ-Mechatronikern – seit dem Jahr 2010. Unser Ziel ist es, Ihnen einen Wissensvorsprung für den nächsten Werkstattbesuch zu bieten – egal welches Modell Sie fahren!
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Bremsleitungen defekt / durchgerostet – Symptome, Reparatur / Wechsel sowie anfallende Kosten einfach und kurz erklärt!

Bremsleitungen haben die Aufgabe, den beim Betätigen des Bremspedals erzeugten hydraulischen Druck mittels der Bremsflüssigkeit an die Radbremsen weiterzuleiten.

Fahrzeuge besitzen in der Regel vier Bremsleitungen. Von ihnen gehen die flexiblen Bremsschläuche ab, welche zu den einzelnen Rädern führen.

Durch Rost, sowie mechanische Einflüsse wie Aufsetzen oder Steinschlag kann es zu Schäden an den Leitungen kommen, sodass diese undicht werden bzw. platzen.

Dann besteht das Risiko, dass Bremsflüssigkeit austritt oder Feuchtigkeit bzw. Luft in das Bremssystem eindringen. Beides führt zu gravierenden Bremsproblemen bis hin zum Komplettversagen der Bremse.

Eine Reparatur oder ein Wechsel der Leitungen ist deshalb schon bei den ersten Anzeichen für einen Defekt unbedingt zu empfehlen.

Symptome für einen Defekt an den Bremsleitungen

In den meisten Fällen tritt ein Defekt an den Bremsleitungen schleichend – beispielsweise durch Korrosion der Rohre – auf. Die Symptome sind dann zu Beginn weniger intensiv ausgeprägt, nehmen mit Fortschreiten des Schadens aber zu. Typisch für schleichende Schäden an den Bremsleistungen sind:

  • Tropfen mit Bremsflüssigkeit auf dem Boden, die mit der Zeit mehr und größer werden
  • ein sich immer weiter verlängernder Bremsweg
  • das Aufleuchten der Bremskontrolllampe
  • ein sinkender Bremsflüssigkeitsstand

Bricht eine Bremsrohrleitung infolge eines mechanischen Schadens, verstärken sich die Symptome. Häufig kommt es dann zu:

  • größeren, sichtbaren Pfützen mit Bremsflüssigkeit auf dem Boden
  • spürbarem Bremskraftverlust bis hin zum Bremsversagen
  • einem Aufleuchten der Bremskontrolllampe
Austretende Bremsflüssigkeit verursacht in der Regel grünliche Flecken. Ihr Geruch erinnert an Benzin. Nach der Überprüfung mit dem Finger sollten Sie die Flüssigkeit zügig abspülen, da sie die Haut reizen kann.

Wichtig: Stellen Sie Ihr Auto bei einem spürbaren Verlust der Bremskraft sofort ab. Das Risiko eines totalen Bremskraftverlusts ist in diesem Fall zu groß.

Lassen Sie den Wagen zur Sicherheit in eine Werkstatt abschleppen. Sie kann die Ursache für die Bremsprobleme finden und beheben, damit Sie sicher weiterfahren können.

Reparatur oder Wechsel der defekten Bremsleitungen

Da es sich bei den Bremsleitungen um ein sicherheitsrelevantes Bauteil handelt, sollte die Reparatur nur von einer Werkstatt durchgeführt werden. Denn schon kleinste Fehler bei den Arbeiten am Bremssystem können fatale Konsequenzen haben.

Zudem fallen unsachgemäße Reparaturen bei der TÜV-Prüfung auf und führen schlimmstenfalls zur Stilllegung des Fahrzeugs.

Die Bremsleitungen ziehen sich durch das gesamte Auto. Von den Trommel- oder Scheibenbremsen gehen die flexiblen Bremsschläuche ab.

Sie verbinden die Bremsen mit den starren Bremsleitungen (auch Bremsrohrleitungen genannt), die unter dem gesamten Fahrzeug entlang führen.

Da überall an den Bremsleitungen Schäden entstehen können, besteht die Aufgabe des Mechanikers zunächst darin, die defekte Stelle zu finden. Dazu stellt er das Auto auf eine Hebebühne.

Ist die schadhafte Stelle gefunden, wird entschieden, ob eine Reparatur oder ein Wechsel der Bremsleitungen infrage kommt.

Korrodierte Leitungen lassen sich in einigen Fällen aufarbeiten bzw. reparieren, sodass nur ein Teil der Leitung ersetzt wird. Meist ist jedoch ein Wechsel der kaputten Leitung die sinnvollste und nachhaltigste Lösung.

Im ersten Schritt der Reparatur erfolgt das Ablassen der Bremsflüssigkeit. Danach wird die betroffene Bremsleitung demontiert.

Da die Bremsleistungen oft mit einfachen Klipsen befestigt sind, geht dieser Arbeitsschritt bei guter Erreichbarkeit (!) der betroffenen Leitung schnell. Eine Herausforderung ist jedoch die spätere Montage der neuen Leitung, denn diese muss exakt zu den individuellen Windungen des Unterbodens passen.

Der genaue Aufwand für den Austausch der Leitung ist abhängig von der Stelle, an der die Undichtigkeit auftritt und damit sehr individuell. Vereinzelt kann es zu erhöhtem Aufwand kommen, wenn sich die undichte Bremsleitung an einer schwer zugänglichen Stelle befindet. Dann reicht es bspw. nicht, nur die Unterbodenverkleidung zu demontieren. Stattdessen muss dann je nach Bauweise teilweise sogar der Tank oder die Hinterachse demontiert werden!

Dazu wird die neue Bremsleitung zurechtgebogen und gebördelt. Ist das System wieder dicht, füllt die Werkstatt neue Bremsflüssigkeit ein. Zum Schluss wird die Bremse entlüftet, damit wieder die volle Bremsleistung abgerufen werden kann.

Kosten für den Wechsel der undichten Bremsleitung

Die Höhe der Kosten, die infolge einer defekten Bremsleitung entstehen, können stark variieren. Sie richten sich nach dem Umfang des Schadens und der Erreichbarkeit der betroffenen Stelle unter dem Fahrzeug.

Die Materialkosten für eine neue Bremsleitung variieren je nach Fahrzeug und Schaden. Häufig wird die neue Bremsleitung individuell von Hand angefertigt (gebogen und gebördelt) und dabei auf das Fahrzeug angepasst. Alternativ können aber auch „fertig gebogene“ Bremsleitungen verwendet werden.

Welche Variante insgesamt (inkl. Zeitaufwand für das Anfertigen) die bessere bzw. günstigere Variante ist, muss die Werkstatt immer individuell entscheiden. Der Vorteil von selbstgefertigten Leitungen ist in jedem Fall, dass das Fahrzeug schneller wieder verwendet werden kann, da man nicht auf Ersatzteile warten muss. 

Grob kann man hier mit Materialkosten von etwa 20,- bis 80,- Euro je Leitung rechnen. Ein bekannter Hersteller ist ATE.

Für den Wechsel einer Bremsleitung werden meist zwischen zwei und vier Stunden benötigt. Der genaue Zeitaufwand ist abhängig davon, wie viele andere Bauteile (beispielsweise Unterbodenverkleidung, Tank, Auspuff, Hinterachse etc.) zum Wechsel demontiert werden müssen.

Ausgehend von einem Stundensatz zwischen 60,- und 130,- Euro ergeben sich somit Arbeitskosten von 120,- bis 520,- Euro.

Insgesamt kommt man gemäß dieser Kalkulation daher auf Gesamtkosten zwischen 140,- und 600,- Euro. 

Hinzu kommen die Kosten für den Wechsel der Bremsflüssigkeit. Diese schlägt je nach Fahrzeug mit etwa 50,- bis 180,- Euro zu Buche, wobei die Kosten meist eher im unteren Bereich dieser Preisspanne liegen. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem passenden Ratgeber.

Bremsleitung wechseln – Kosten in tabellarischer Übersicht

Material / Dienstleistunggeschätzte Preise
Gesamtkosten Wechsel Bremsleitung190,- bis 780,- Euro
Bremsleitung20,- bis 80,- Euro
Arbeitsaufwand für die Erneuerung der Bremsleitung120,- bis 520,- Euro
Bremsflüssigkeitswechsel50,- bis 180,- Euro
Alle Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive der Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.
TIPP: Fahren Sie in keine Werkstatt, bevor Sie den aktuellen Wert Ihres Fahrzeugs ermittelt haben. So wissen Sie vorab immer genau, bis zu welchen Kosten sich eine Reparatur noch lohnt!

Nutzen Sie dafür einfach das nachfolgende Formular von wirkaufendeinauto.de (100% kostenfrei & unverbindlich!).

Funktionsweise der Bremsleitungen

Die starren Rohrleitungen bestehen aus Kupfer oder Stahl und sind zum Schutz vor Korrosion mit Kunststoff oder Zink beschichtet.

Beim Betätigen des Bremspedals wird innerhalb des Hauptbremszylinders ein hydraulischer Druck erzeugt. Damit aus diesem Druck die gewünschte Bremswirkung entstehen kann, muss er zu den Radbremsen gelangen.

Dies erfolgt mithilfe von Bremsflüssigkeit, die über ein geschlossenes Leitungssystem unterhalb des Autos zu den Bremsen übertragen wird. Wird das Bremspedal losgelassen, sinkt der hydraulische Druck in den Bremsleitungen wieder ab.

Was sollte man beim Wechsel beachten?

  • Lassen Sie Arbeiten an den Bremsleitungen nur von einer Werkstatt durchführen und schrauben Sie niemals selbst an den Bremsen!
  • Vereinbaren Sie einmal im Jahr einen Termin in Ihrer Werkstatt für einen Bremsen-Check.
  • Holen Sie sich vor der Reparatur Angebote mehrerer Werkstätten ein und vergleichen Sie diese.
  • Um die Bremsleitungen bestmöglich vor Korrosion zu schützen, empfiehlt sich vor und nach dem Winter eine Unterbodenpflege.

Fazit

Die Bremsleitungen zählen zu den wichtigsten Teilen des Fahrzeugs. Defekte können zu Bremsversagen führen und lassen das Unfallrisiko drastisch ansteigen.

Seien Sie deshalb aufmerksam, wenn Sie Flüssigkeiten unter Ihrem Auto entdecken oder die Bremse nicht wie gewohnt funktioniert. Ein Besuch in der Werkstatt schafft schnell Klarheit über die Ursache und eine Reparatur der Bremsleitungen kann Leben retten.

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