"Nicht jeder Autofahrer hat das Glück, einen Mechaniker als besten Freund zu haben. Auch ich nicht ;-)"
Mein Name ist Paul Winkler und ich betreibe diesen Online-Ratgeber – mittlerweile zusammen mit vier KFZ-Mechatronikern – seit dem Jahr 2010. Unser Ziel ist es, Ihnen einen Wissensvorsprung für den nächsten Werkstattbesuch zu bieten – egal welches Modell Sie fahren!
PS: Sie sind neugierig wie es dazu kam? Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte dahinter!
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Turbolader defekt? – Symptome, Ursachen, Austausch & Kosten einfach und kurz erklärt!

Der sogenannte Abgasturbolader – kurz Turbo – wird in Diesel- und Ottomotoren (=Benziner) verbaut. Ziel ist es, die Leistung und Effizienz des Verbrennungsmotors durch eine höhere Luftzufuhr zu steigern.

Ursachen und Symptome eines defekten (bzw. undichten / ausgeschlagenen) Turboladers

Die häufigsten Ursachen für Turboladerschäden sind:

  • Verschleiß im Inneren des Turbos (Lager, Turbinenrad, Verdichterrad etc.)
  • Eine schlechte Schmierung durch falsches bzw. zu altes Motoröl oder einen zu geringen Ölstand
  • Ablagerungen im Inneren des Turboladers (Ölkohle)
  • Ein unzureichendes „Warmfahren“ des Motors
  • Das direkte Abstellen des Fahrzeugs nach hoher Belastung
  • Falsches Tuning
  • Fremdkörper, welche bspw. aufgrund eines Motorschadens in den Turbolader gelangt sind

Wie so oft, gibt es verschiedene Anzeichen, die für einen Defekt sprechen können. Im Folgenden sehen Sie eine Auswahl der häufigsten Symptome:

  • Erhöhter Ölverbrauch über einen kurzen Zeitraum
  • Ungewöhnliche Geräusche aus Richtung des Turboladers, welche während der Fahrt in Abhängigkeit von der Drehzahl auftreten (bspw. ein Rasseln)
  • Motor springt (bei Belastung) in den Notlauf bzw. in das Notprogramm
  • Fahrzeug hat – meist ab einer bestimmten Drehzahl – eine eingeschränkte Leistung
  • Rauchentwicklung: Aus dem Auspuff kommt dunkler bis schwarzer Rauch
  • Meldung im Fehlerspeicher „Regelgrenze Turbolader überschritten“, „Ladedruck niedrig“ etc.
Bitte beachten Sie, dass die genannten Symptome nicht alle gemeinsam auftreten müssen. Schon eines der genannten Anzeichen kann je nach genauer Ursache für einen defekten Turbolader sprechen.

Achtung Folgeschäden: Ein defekter Turbolader kann im schlimmsten Fall zu einem Motorschaden führen. Aus diesem Grund sollte bei ersten Anzeichen zeitnah eine Werkstatt aufgesucht werden.

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Reparatur oder Wechsel des Turboladers

Zunächst stellt sich die Frage, ob eine Reparatur / Instandsetzung möglich ist, oder ob der Turbolader komplett ausgetauscht werden muss.

Wurde von einem Fachmann eindeutig diagnostiziert, dass die Problemursache ein defekter Turbolader ist, kann die Reparatur in einer Spezialwerkstatt eine Option sein.

Zudem kann ein regenerierter Turbolader als Austauschteil eine sinnvolle Option darstellen. Hier kann man gegenüber einem neuen Turbolader meist deutlich sparen!

Der genaue Ablauf für den Ausbau des alten und den Einbau des neuen Turboladers variiert je nach Fahrzeugmodell. Zunächst muss das Öl abgelassen und die Motorabdeckung entfernt werden.

Anschließend werden die Ladedruckleitung, der Abgaskrümmer und die Ölleitungen demontiert. Darüber hinaus muss ggfs. noch der Wasseranschluss demontiert werden, wenn hier eine zusätzliche Kühlung vorgesehen ist. Zudem kann es sein, dass Teile des Auspuffs demontiert werden müssen.

Danach kann der Turbolader gewechselt werden. Der Aufwand für den Wechsel kann sich erhöhen, falls sich weitere Probleme ergeben. Zum Beispiel dann, wenn die abgasseitigen Stehbolzen korrodiert sind und sich nicht lösen lassen.

Beim Austausch des Turboladers sollten immer auch die Ölleitungen gewechselt oder zumindest gereinigt werden, um erneute Beschädigungen zu vermeiden. Zudem sollte ein Ölwechsel inkl. Austausch des Ölfilter erfolgen. 

Außerdem sollten der Luftfilter, sowie der Katalysator und ein eventuell verbauter Diesel-Rußpartikelfilter geprüft bzw. gereinigt werden.

Was kostet der Austausch eines Turboladers?

Die Gesamtkosten für den Wechsel des Turboladers können stark variieren. Sie sind von der Bauweise des Autos ebenso wie von der Art des Turboladers und den damit verbundenen Ersatzteilpreisen sowie dem Aufwand für einen Wechsel abhängig. 

Die Materialkosten für einen Turbolader liegen meist zwischen 200,- und bis zu 1.500,- Euro. Im unteren Bereich dieser Preisspanne erhält man regenerierte Turbolader welche insbesondere bei Fahrzeugen mit einem geringen Zeitwert zu empfehlen sind.

Entscheidet man sich für einen neuen Turbolader können Materialkosten von bis zu 1.500,- Euro und mehr entstehen. Bekannte Hersteller von Ersatzteilen sind BorgWarner oder Garrett.

Hinzu kommen außerdem die Kosten für das neue Motoröl und einen neuen Ölfilter. Hier kann man je nach erforderlicher Ölmenge und -sorte mit Kosten zwischen 35,- und 130,- Euro rechnen. Spezielle Ölsorten können noch für deutlich höhere Kosten sorgen.

Für den Wechsel des Turboladers werden meist zwischen drei und acht Stunden benötigt. Der genaue Zeitaufwand ist abhängig davon, wie viele andere Bauteile zum Wechsel demontiert werden müssen.

Ausgehend von einem Stundensatz zwischen 60,- und 130,- Euro ergeben sich somit Arbeitskosten von 180,- bis 1.040,- Euro.

Insgesamt kommt man gemäß dieser Kalkulation daher auf Gesamtkosten zwischen 415,- und 2.670,- Euro. 

Übrigens: Handelt es sich um ein Fahrzeug mit geringer Laufleistung, kann ein Kulanzantrag eine sinnvolle Option sein.

Turbolader wechseln – Kosten in tabellarischer Übersicht

Material / Dienstleistunggeschätzte Preise
Materialkosten Turbolader (regeneriert / neu)200,- bis 1.500,- Euro
Arbeitsaufwand 180,- bis 1.040,- Euro
Motoröl + Ölfilter35,- bis 130,- Euro
Gesamtkosten Austausch Turbolader415,- bis 2.670,- Euro.
Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inkl. MwSt. und können abweichen!

TIPP: Fahren Sie in keine Werkstatt, bevor Sie den aktuellen Wert Ihres Fahrzeugs ermittelt haben. So wissen Sie vorab immer genau, bis zu welchen Kosten sich eine Reparatur noch lohnt!

Nutzen Sie dazu einfach das folgende Formular von wirkaufendeinauto.de (zu 100% kostenfrei und unverbindlich).

Arten und Funktionsweise von Turboladern

Es wird in erster Linie zwischen zwei verschiedenen Arten von Turboladern unterschieden: VTG-Turbolader und Wastegate-Turbolader.

Beide Arten bestehen aus drei Hauptbestandteilen, der Abgas- und der Verdichterturbine, die wiederum mit der Ölversorgung zur Schmierung und Kühlung der Welle miteinander verbunden sind. Die Abgasturbine wird hinter dem Krümmer positioniert und von den aus dem Motor strömenden Abgasen angetrieben.

Davon wird wiederum der Verdichter angetrieben, der angesaugte Luft komprimiert und in den Ansaugtrakt führt. Auf diese Weise gelangt mehr Luft in die Brennräume und die Verbrennung kann effizienter stattfinden. Der sogenannte „Mitteldruck“ wird erhöht.

Damit es aufgrund der extrem hohen Drehzahl im Turbolader (bis zu 30.000 U/min!) nicht zu Lagerschäden kommt, findet eine Schmierung mit Motoröl statt. Oftmals gibt es über den Kühlkreislauf des Fahrzeugs zudem noch eine zusätzliche Kühlung. Grund dafür sind die Abgastemperaturen bis 1.100°C.

Die Ladedruckregelung sorgt dafür, dass der Ladedruck im Ansaugkanal bzw. im Motor nicht zu hoch wird und es somit nicht zu einer Überlastung des Motors kommt. Ein verbautes Ventil an der Abgasseite des Autos sorgt für die Regulation.

Übrigens: Die meisten PKW besitzen nur einen Turbolader. Vereinzelt gibt es jedoch auch Modelle, welche über einen Bi-Turbo verfügen. Dann sind zwei Turbolader verbaut. 

Um den Turbolader zu schonen und Schäden zu vermeiden, sollten hohe Belastungen direkt nach dem Starten des Motors vermieden werden. Stattdessen sollte das Fahrzeug immer ausreichend warmgefahren werden. Es sind rund 10 Kilometer Fahrtstrecke notwendig, bis der Motor und damit auch das Motoröl eine Betriebstemperatur von 80 bis 90°C erreicht hat.

Was Sie bei dem Turbolader in Ihrem Auto beachten sollten

  • Achten Sie auf mögliche Anzeichen eines Defekts (z.B. Leistungsverlust, dunkler Rauch oder eine auffällige Geräuschentwicklung).
  • Suchen Sie dann möglichst schnell eine Fachwerkstatt auf, um einen Motorschaden zu vermeiden.
  • Machen Sie bei einem erforderlichen Austausch aufgrund der hohen Gesamtkosten einen Preisvergleich.

Fazit

Die Kosten für den Wechsel des Turboladers können vergleichsweise hoch sein. Gerade bei Fahrzeugen mit geringem Zeitwert empfehlen wir, einen Austauschturbolader einem Neuteil vorzuziehen. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Werkstatt beraten.

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