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Hi, ich bin Paul und ich betreibe diesen Online-Ratgeber – mittlerweile zusammen mit vier KFZ-Mechatronikern – seit dem Jahr 2010. Unser Ziel ist es, dir einen Wissensvorsprung für den nächsten Werkstattbesuch zu bieten – egal welches Modell du fährst!
PS: Du bist neugierig wie es dazu kam? Hier erfährst du mehr über die Geschichte dahinter!
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Startseite » Ratgeber » Abgasanlage » Turbolader defekt? – Symptome, Ursachen, Austausch & Kosten einfach und kurz erklärt!

Turbolader defekt? – Symptome, Ursachen, Austausch & Kosten einfach und kurz erklärt!

Das Wichtigste im Überblick
  • Turbolader (oft auch einfach als „Turbo“ bezeichnet) werden in Diesel- und Otto-Motoren (=“Benziner“) verbaut. Sie sorgen dafür, dass dem Motor mehr Frischluft zur Verbrennung zugeführt wird – die Motorleistung steigt.
  • Aufgrund der sehr hohen Gesamtkosten bei einem Turbolader-Wechsel lohnt es sich, vorab die Angebote verschiedener Werkstätten zu vergleichen. 
  • Mehr über die typischen Ursachen und Symptome eines Defekts, den Wechsel und alle anfallenden Kosten erfährst du im folgenden Ratgeber!
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Ursachen eines defekten Turboladers

Die häufigsten Ursachen für Turboladerschäden sind:

  • Verschleiß im Inneren des Turbos (Lager, Turbinenrad, Verdichterrad etc.)
  • Eine schlechte Schmierung durch falsches bzw. zu altes Motoröl oder einen zu geringen Ölstand
  • Ablagerungen im Inneren des Turboladers (Ölkohle)
  • Ein unzureichendes „Warmfahren“ des Motors
  • Das direkte Abstellen des Fahrzeugs nach hoher Belastung
  • Falsches Tuning
  • Fremdkörper, welche bspw. aufgrund eines Motorschadens in den Turbolader gelangt sind

Symptome / Anzeichen eines defekten (bzw. undichten / ausgeschlagenen) Turboladers

Bitte beachte, dass die genannten Symptome nicht alle gemeinsam auftreten müssen. Schon eines der genannten Anzeichen kann je nach genauer Ursache für einen defekten Turbolader sprechen.

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Zuletzt aktualisiert am 30.07.2021 um 6:23 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Mögliche Folgeschäden bei defektem Turbolader

Ein defekter Turbolader kann im schlimmsten Fall zu einem Motorschaden führen. Aus diesem Grund sollte bei ersten Anzeichen für einen Defekt zeitnah eine Werkstatt aufgesucht werden.

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Auswirkungen eines defekten Turboladers auf die Hauptuntersuchung

Ob man die Hauptuntersuchung trotz Turboladerprobleme besteht oder nicht, ist abhängig von den genauen Symptomen.

Ist der Turbolader defekt, kann man davon ausgehen, dass keine Abgasuntersuchung möglich ist und die Prüfung daher nicht bestanden werden kann.

Besteht eine Ölundichtigkeit mit Abtropfen, stellt dies ebenfalls einen erheblichen Mangel dar und sorgt für ein Nichtbestehen. Ein leichtes Ölschwitzen hingegen wird meist nur als geringer Mangel bewertet und hat dann keinen Einfluss auf das Bestehen.

Handelt es sich „lediglich“ um eine ungewöhnliche Geräuschbildung des Turboladers und wird die Abgasuntersuchung dennoch bestanden, gibt es in der Regel nur einen entsprechenden Hinweis vom Prüfer.

Reparatur oder Wechsel des Turboladers

Zunächst stellt sich die Frage, ob eine Reparatur / Instandsetzung möglich ist, oder ob der Turbolader komplett ausgetauscht werden muss.

Wurde von einem Fachmann eindeutig diagnostiziert, dass die Problemursache ein defekter Turbolader ist, kann die Reparatur in einer Spezialwerkstatt eine Option sein.

Zudem kann ein regenerierter Turbolader als Austauschteil eine sinnvolle Option darstellen. Hier kann man gegenüber einem neuen Turbolader meist deutlich sparen!

Der genaue Ablauf für den Ausbau des alten und den Einbau des neuen Turboladers variiert je nach Fahrzeugmodell. Zunächst muss das Öl abgelassen und die Motorabdeckung entfernt werden.

Anschließend werden die Ladedruckleitung, der Abgaskrümmer und die Ölleitungen demontiert. Darüber hinaus muss ggfs. noch der Wasseranschluss demontiert werden, wenn hier eine zusätzliche Kühlung vorgesehen ist. Zudem kann es sein, dass Teile des Auspuffs demontiert werden müssen.

Danach kann der Turbolader gewechselt werden. Der Aufwand für den Wechsel kann sich erhöhen, falls sich weitere Probleme ergeben. Zum Beispiel dann, wenn die abgasseitigen Stehbolzen korrodiert sind und sich nicht lösen lassen.

Beim Austausch des Turboladers sollten immer auch die Ölleitungen gewechselt oder zumindest gereinigt werden, um erneute Beschädigungen zu vermeiden. Zudem sollte ein Ölwechsel inkl. Austausch des Ölfilter erfolgen.

Außerdem sollten der Luftfilter, sowie der Katalysator und ein eventuell verbauter Diesel-Rußpartikelfilter geprüft bzw. gereinigt werden.

Was kostet ein Austausch des Turboladers?

Die Materialkosten für einen neuen Turbolader liegen meist zwischen 850,- und bis zu 2.300 Euro. Bekannte Hersteller von Ersatzteilen sind BorgWarner oder Garrett.

Regenerierte Turbolader sind meist günstiger zu bekommen und daher insbesondere bei Fahrzeugen mit einem geringen Zeitwert zu empfehlen.

Hinzu kommen außerdem die Kosten für das neue Motoröl und einen neuen Ölfilter. Hier kann man je nach erforderlicher Ölmenge und -sorte mit Kosten zwischen 35,- und 130,- Euro rechnen. Spezielle Ölsorten können noch für deutlich höhere Kosten sorgen.

Für den Wechsel des Turboladers werden meist zwischen drei und acht Stunden benötigt. Der genaue Zeitaufwand ist abhängig davon, wie viele andere Bauteile zum Wechsel demontiert werden müssen.

Ausgehend von einem Stundensatz in Höhe von 100,- Euro ergeben sich somit Arbeitskosten zwischen 300,- und 800,- Euro.

Insgesamt kommt man gemäß dieser Kalkulation daher auf Gesamtkosten von rund 1.200 bis 3.300 Euro. 

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Übrigens: Handelt es sich um ein Fahrzeug mit geringer Laufleistung, kann ein Kulanzantrag eine sinnvolle Option sein.

Turbolader wechseln – Kosten in tabellarischer Übersicht

Material / Dienstleistunggeschätzte Preise (Neuteil)
Materialkosten Turbolader850,- bis 2.300 Euro
Arbeitskosten (fiktiver Stundensatz: 100,- Euro)300,- bis 800,- Euro
Motoröl + Ölfilter35,- bis 130,- Euro
Gesamtkosten rund 1.200 bis 3.300 Euro
Preise verstehen sich als grobe Richtwerte inkl. MwSt. und können abweichen!

TIPP: Fahr in keine Werkstatt, bevor du den aktuellen Wert deines Fahrzeugs ermittelt hast. So weißt du vorab immer genau, bis zu welchen Kosten sich eine Reparatur noch lohnt!

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Kostenbeispiele aus der Praxis

Nachfolgend haben wir für einzelne Motoren beispielhafte Kalkulationen zusammengefasst. Die Materialkosten umfassen alle erforderlichen Positionen (Turbolader, neue Leitungen, neues Motoröl). Die Preisspanne entsteht vor allem durch verschiedene Hersteller.

Bei den Arbeitskosten gehen wir von einem Stundensatz in Höhe von 100,- Euro aus.

Alle Preise verstehen sich als Richtwerte inkl. Mehrwertsteuer und können selbstverständlich abweichen.

Hinweis für Smartphones: In der Tabelle kann horizontal gescrollt werden 😉

MotorMaterialkostenArbeitskostenGesamtkosten
VW T5 2.0 BiTdi (CFCA)1.700 bis 2.400 Euro500,- bis 700,- Eurorund 2.200 bis 3.100 Euro
VW Golf 6 1.2 TSI (CBZ)1.200 bis 1.500 Euro250,- bis 350,- Eurorund 1.500 bis 1.900 Euro
VW Golf 6 1.4 TSI (CAXA)1.100 bis 1.200 Euro250,- bis 350,- Eurorund 1.400 bis 1.600 Euro
VW Passat 3BG 1.9 TDI (AVF)1.200 bis 1.400 Euro250,- bis 350,- Eurorund 1.500 bis 1.800 Euro
BMW X3 E83 3.0d (M57D30)1.300 bis 1.400 Eurorund 500,- Eurorund 1.800 bis 1.900 Euro
Mercedes Benz W211 200 CDI (OM646.820)1.000 bis 1.400 Eurorund 500,- Eurorund 1.500 bis 1.900 Euro

Arten und Funktionsweise von Turboladern

Es wird in erster Linie zwischen zwei verschiedenen Arten von Turboladern unterschieden: VTG-Turbolader und Wastegate-Turbolader.

Beide Arten bestehen aus drei Hauptbestandteilen, der Abgas- und der Verdichterturbine, die wiederum mit der Ölversorgung zur Schmierung und Kühlung der Welle miteinander verbunden sind.

Die aus dem Motor strömenden Abgase treiben die Abgasturbine an. Da diese über eine Welle direkt mit der Verdichterturbine verbunden ist, kann letztere so mehr Frischluft verdichten und in den Brennraum befördern.

Damit es aufgrund der extrem hohen Drehzahl im Turbolader (bis zu 30.000 U/min!) nicht zu Lagerschäden kommt, findet eine Schmierung mit Motoröl statt.

Oftmals gibt es über den Kühlkreislauf des Fahrzeugs zudem noch eine zusätzliche Kühlung. Grund dafür sind die Abgastemperaturen bis 1.100°C.

Die Ladedruckregelung sorgt dafür, dass der Ladedruck im Ansaugkanal bzw. im Motor nicht zu hoch wird und es somit nicht zu einer Überlastung des Motors kommt. Ein verbautes Ventil an der Abgasseite des Autos sorgt für die Regulation.

Übrigens: Die meisten PKW besitzen nur einen Turbolader. Vereinzelt gibt es jedoch auch Modelle, welche über einen Bi-Turbo verfügen. Dann sind zwei Turbolader verbaut. 

Gut zu wissen
Um den Turbolader zu schonen und Schäden zu vermeiden, sollten hohe Belastungen direkt nach dem Starten des Motors vermieden werden. Stattdessen sollte das Auto immer ausreichend warmgefahren werden. Meist sind rund 10 Kilometer Fahrtstrecke notwendig, bis der Motor und damit auch das Motoröl eine Betriebstemperatur von 80 bis 90°C erreicht hat.
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